Warum die „Drei Amigos“ keine Seilschaft sind

Gerade zu Beginn einer neuen Story ist es wichtig das Team einzubeziehen. Bei großen oder skalierten Teams ist es teuer, alle Mitglieder in jede Diskussion zu binden. In der Regel ist die Diskussion in großen Gruppen weniger Zielführend und führt nicht zu einem Ergebnis.

Die „Drei Amigos“, tragen diesem Umstand Rechnung. Mit dieser Methode werden Diskussionen auf das wesentliche verkürzt. Lösungsansätze sind auf „Machbar“ geprüft und Gaps in der funktionalen Handlung identifiziert. Das steigert die Qualität und fördert die aktive Zusammenarbeit zwischen dem Anwender, Product Owner und Developern. 

Alle Rollen in die Diskussion einbeziehen. Die „Drei Amigos“

Oft ist es nicht sinnvoll oder nützlich das gesamte Team in die Diskussion einzubeziehen. Zum Beispiel: Es ist schwierig eine gute Unterhaltung mit 15 Leuten oder mehr zu führen. Ist von dem Team ein teil Remote, dann wird es nicht leichter.

Viele Themen benötigen nicht das gesamte Team, um einen Lösungsansatz zu finden. Wenn zum  Beispiel ein Button von Grün nach Blau in der Farbe wechseln soll, ist es ungeschickt die Zeit von 20 Leuten zu verschwenden, um die genaue Farbe von Blau zu definieren.

Die Analyse einer Story an eine einzige Person zu delegieren oder zu überlassen, ist ein Fehler. Besser ist es, die Unterhaltung mit Leuten zu führen welche jeden Part aus Dev, Test, Analyse oder Stakeholder, abdecken.

Hier setzt die Best-Practice  Methode Die „Drei Amigios“ an. Janet und Lisa Crispin nennen diese Technik  „The Power of Three“ in ihrem Buch, Agile Testing.

Man darf  sich nicht an der Zahl 3 festbeißen. Es können  5 Amigos sein, vielleicht ist ein DB-Admin oder ein Architekt notwendig.  2 Amigos sind ebenfalls ok wenn alle relevanten Rollen vertreten sind.

So wirds gemacht

Typischerweise beginnt in einem „3 Amigo“ Meeting der Analyst mit der Vorstellung initialer Szenarien um aufzuzeigen wie die Story funktionieren soll. Die Entwickler betrachten die Story im Kontext der existierenden Infrastruktur und prüfen auf funktionelle Lücken und Inkonsistenzen.

Die „Drei Amigos“-Diskussion funktioniert am besten unter Anwendung eines Flipcharts oder Whiteboards. Es kann effektiv sein, um einen Monitor herumzusitzen oder Screen Sharing zu verwenden. Bei der Monitor Variante ist zu beachten, dass die Meeting-Notes zunächst auf Zettel geschrieben und erst später in das elektronische Tool überführt werden.

Einer der Amigos ist verantwortlich , die relevanten Punkte aufzuschreiben und mit dem Team zu teilen.

Das sind die Vorteile

Vorteile sind unter anderem: Termine werden für kleinere Gruppen leichter gefunden, Menschen sind in kleinen Gruppen stärker engagiert und die Diskussionen sind in der Regel schneller beendet.

Der Anwender / Stakeholder kann besser darstellen warum diese Funktionalität einen Wert für die Umsetzung hat. So besteht Kontrolle darüber, dass seine Story korrekt verstanden wird.

Die „Drei Amigos“ sind eine effektive Methode für verteilte Teams und Teams mit komplexen Themen, welche eventuell noch von anderen Teams abhängig sind.

Tipps damit es funktioniert

Binde nur Personen in die Diskussion ein, die mit der Lieferung der Story oder deren Erstellung betraut sind. Es ist ein Fehler, diejenigen in die Diskussion zu nehmen, die gerade Zeit haben.

Es ist wichtig, das bei großen erkannten Veränderungen oder Impacts, die „kleine“ Diskussion zu unterbrechen und in die große Runde zu verlagern. So wird der Wissenstransfer aufrecht halten.

Storys die viel Koordination mit den Stakeholdern erfordern, sollten zyklisch wiederkehrend besprochen werden.

Wenn eine Rolle als Flaschenhals klar erkennbar ist, (z.B. Es gibt nur einen Anwender) ist die Diskussion um die Verfügbarkeit dieser Rolle zu planen.

Die Bildung von Seilschaften (Grüppchen) ist zu vermeiden. Der Wissenstransfer wird verhindert und ruft innerhalb des übrigen Teams die zu vermeidende, Ihr/Wir Sicht hervor.